Matthias Fackler

Hal­lo Leu­te,

auch ich möch­te mich hier kurz vor­stel­len, wer­de ich doch in den nächs­ten Mona­ten häu­fi­ger von mir hören las­sen. Und da sollt ihr natür­lich auch ein biss­chen was über mich wis­sen. Also los:

Gebo­ren bin ich im Juli 1982 in Mem­min­gen, also im Süden der Repu­blik. In Lau­ber­hart, einem klei­nen Ört­chen in der Nähe von Mem­min­gen, bin ich mit mei­nen bei­den Geschwis­tern groß gewor­den und nach mei­nem Abitur im Jahr 2001 wur­de ich in Sont­ho­fen zum 9-monatigen Wehr­dienst ein­be­ru­fen. Dar­auf folg­te erst eine Aus­bil­dung zum Spe­di­ti­ons­kauf­mann und dann das Stu­di­um im Bereich Ver­kehrs­wirt­schaft und Logis­tik in Bre­men. Inzwi­schen arbei­te ich als Pro­jekt­ma­na­ger im Bereich Kon­trakt­lo­gis­tik in der Nähe von Osna­brück.

Mei­ne sport­li­che Ver­gan­gen­heit beschränkt sich auf Ten­nis und Fuss­ball in Jugend­jah­ren, und das auf – zuge­ge­be­ner­ma­ßen – sehr über­schau­ba­rem Niveau. Nach einer schwe­ren Knie­ope­ra­ti­on im Jahr 2002 muss­te ich die Tennis- und Fuss­ball­schu­he an den Nagel hän­gen, und Sport wur­de fort­an nicht mehr son­der­lich groß geschrie­ben, bis es mich Mit­te 2008 wie­der gepackt hat. Wie ich zum Tri­ath­lon gekom­men bin und war­um es 2011 eine Lang­di­stanz wer­den soll, möch­te ich Euch kurz erzäh­len:

Es ist der 28. Mai 2008, als ich, wie so oft, spät vom Arbei­ten nach Hau­se kom­me. Zur Ent­span­nung erst ein­mal eine Ziga­ret­te (die unge­fähr 15. an die­sem Tag) auf dem Bal­kon rau­chen. Fern­se­her an, denn es ist Zeit fürs Sofa! Ein biss­chen durchs Pro­gramm schal­ten, um dann bei Stern TV hän­gen zu blei­ben. Eine Sen­dung, die mich nach­hal­tig prä­gen, und die Grund für einen unglaub­li­chen Wan­del in mei­nem Leben sein soll­te. Es war der letz­te Bericht über vier Freun­de, die mit viel Mut, Freund­schaft und vor allem einem beein­dru­cken­den Wil­len Außer­ge­wöhn­li­ches geschafft haben. In 8 Mona­ten vom Couch­pota­to zum Iron­man!

Ich war total begeis­tert von dem Pro­jekt. Tri­ath­lon habe ich bis dahin kaum wahr­ge­nom­men. Von Ironman-Rennen ganz zu schwei­gen. Aber wie um Him­mels wil­len kann man auch 3,8 Kilo­me­ter schwim­men? Oder 180 Kilo­me­ter Rad fah­ren? Und was ist mit 42,195 Kilo­me­ter lau­fen? Und das alles auch noch direkt hin­ter­ein­an­der?

Ich habe mir erst mal die vor­he­ri­gen Stern TV-Berichte ange­schaut und bin dann auf einen Blog gesto­ßen. Den Blog von Mathi­as Mül­ler, der die vier Akteu­re aus den Fil­men fit gemacht hat für den gro­ßen Tri­ath­lon. Jetzt war es end­gül­tig um mich gesche­hen. Ich muss­te alles wis­sen über die­ses Pro­jekt. Ich woll­te sel­ber Tri­ath­lon machen. Mich end­lich wie­der sport­lich betä­ti­gen, nach­dem seit dem Stu­di­um der Sport kaum mehr auf dem Pro­gramm stand, und sämt­li­che bis­he­ri­gen Ver­su­che wie­der aktiv zu wer­den, auf­grund von Bequem­lich­keit geschei­tert waren. Jetzt hat­te ich gelernt: Wil­le ist alles. Und ich woll­te!

Es ging dann ziem­lich schnell. Wie so oft bei mir. Ehr­geiz und Begeis­te­rungs­fä­hig­keit sind zwei Eigen­schaf­ten, die mich auf jeden Fall gut beschrei­ben. Dass ich schon weni­ge Tage spä­ter ein­fach so mit dem Rau­chen auf­hö­ren konn­te (nach 10 Jah­ren und min­des­tens einer Schach­tel pro Tag) ver­wun­dert mich noch jetzt. Dass ich eini­ge Wochen spä­ter stol­zer Besit­zer eines Renn­ra­des war, und die Lauf­schu­he mitt­ler­wei­le auch aus dem Schrank gekramt hat­te ver­steht sich von selbst.

Schnell war ich auch beim ers­ten Tri­ath­lon ange­mel­det. Eine Sprint­di­stanz in Bad Rothen­fel­de, wo ich aktu­ell woh­ne, im Sep­tem­ber 2008 soll­te mei­ne Pre­miè­re wer­den. Ein tol­les Erleb­nis, dass ich wohl nie ver­ges­sen wer­de, auch wenn ich erst als einer der Letz­ten aus dem Was­ser klet­tern konn­te. Für 2009 hat­te ich mir dann mit Wies­ba­den gleich eine Mit­tel­di­stanz vor­ge­nom­men. Doch soweit kam es nicht. Anfang 2009 wur­de ich krank: Pfeiffer´sches Drü­sen­fie­ber, Herz­mus­kel­ent­zün­dung, neu­ro­lo­gi­sche Funk­ti­ons­stö­run­gen, Hirn­tu­mor oder Bor­re­lio­se – es gab kaum etwas, das die Ärz­te nicht dia­gnos­ti­ziert hat­ten. Zutref­fend war wohl nichts davon. Es gab kei­ne ein­deu­ti­ge Dia­gno­se. Kurz: Es war die Höl­le!

Nach einem Jahr mit rät­sel­haf­ter Erkran­kung und Sport­ver­bot konn­te ich dann im Jahr 2010 end­lich eine kom­plet­te Triathlon-Saison absol­vie­ren. Zuerst ein Trai­nings­la­ger auf Mal­lor­ca mit Mathi­as, dann lan­ge Rad­aus­fahr­ten und schö­ne Wett­kämp­fe: Mit dem Stadt­parkt­ri­ath­lon in Ham­burg (Sprint), einer ver­län­ger­ten olym­pi­schen Distanz in Bad Boden­teich und dem Hamburg-Triathlon (Sprint) fing die Sai­son schon toll an. Beim Ost­see­man in Glücks­burg konn­te ich die 180 Kilo­me­ter inner­halb des Staf­fel­wett­kamp­fes absol­vie­ren, und in Wies­ba­den und Rat­ze­burg mit zwei Mit­tel­di­stan­zen mei­ne ers­te Sai­son krö­nen.

War­um ich jetzt hier schrei­be und Teil des neu­en Blogs von Mathi­as Mül­ler bin, hat einen ganz ein­fa­chen Grund. Aus einer kur­zen Email, mit der ich damals eigent­lich nur mei­ne Bewun­de­rung an die vier Lanzarote-Finisher los­wer­den, und von mei­nem eige­nen Lebens­wan­del erzäh­len woll­te, ist inzwi­schen eine tol­le Freund­schaft mit Mathi­as (und sei­ner Frau Anna) ent­stan­den. Jetzt freue ich mich dar­auf, mit Mathi­as und Tho­mas gemein­sam in Regens­burg an den Start zu gehen, aber viel wich­ti­ger ist mir der gemein­sa­me Weg dort­hin, der ganz bestimmt nicht von über­trie­be­nem Ehr­geiz und Ver­bis­sen­heit geprägt sein wird, son­dern viel­mehr von Freu­de und Lust am Sport und allem was dazu gehört. Ich bin mir sicher, dass es ein span­nen­der Weg wird, von dem ich ger­ne aus mei­ner Sicht berich­ten möch­te – mit allen Facet­ten, die der Sport aber auch der Job, Freun­de und Fami­lie und das täg­li­che Leben so mit sich brin­gen.

In die­sem Sin­ne. Viel Spaß beim Lesen.

Mat­thi­as