Mathias Müller

Lie­be Leute,

nun geht mein Blog in die fünf­te Sai­son. Ein lan­ger – teils gemein­sa­mer – Weg liegt schon hin­ter mir und eini­gen Lesern. Und nicht weni­ge wis­sen schon, was auf sie zukommt wenn ich hier über mein Trai­ning, mei­ne Trai­nings­an­sich­ten, mei­ne Ansich­ten zu Moral und Ehre im Tri­ath­lons­port, mei­ne Sofa-Sessions, mei­ne Currywurst-Exzesse, und vie­les mehr schreibe.

Nach­dem ich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit den Fol­gen von zwei Bandscheiben-OPs zu kämp­fen hat­te, bezie­hungs­wei­se trotz die­ser Rück­schlä­ge an sport­li­chen Events teil­ge­nom­men habe, wird in die­sem Jahr ein ande­res The­ma in mei­nem Fokus ste­hen: Denn als frisch geba­cke­ner Vater wird es sehr inter­es­sant sein, ob ich es, trotz des Babys an mei­ner Sei­te, schaf­fe, mich auf den Iron­man in Regens­burg am 7. August 2011 vor­zu­be­rei­ten. Sicher­lich wird die­se Auf­ga­be nicht ein­fach. Viel­mehr ist es eine Her­aus­for­de­rung. Denn neben dem sport­li­chen Ziel soll das Fami­li­en­le­ben nicht auf der Stre­cke blei­ben (sie­he unten).

Wer mit mei­nen bis­he­ri­gen Blogs noch nicht ver­traut ist, dem wün­sche ich viel Spaß bei der neu­en Lek­tü­re. Es wer­den die Schil­de­run­gen eines Otto-Normal-Sportlers sein, der – wie vie­le unter Euch – kein Bewegungs-Junkie ist. Viel­mehr haben all zu oft Sofa, gutes Essen oder schlech­tes Fern­seh­pro­gramm eine viel zu gro­ße Anzie­hungs­kraft auf mich, als dass man von opti­ma­ler Trai­nings­ge­stal­tung spre­chen könnte.

Aller­dings kann man sich dem dem Opti­mum von ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven nähern. Mei­ner Mei­nung nach zählt nicht nur die effek­ti­ve Zeit, mit der ein nicht pro­fes­sio­nel­ler Sport­ler das Ziel beim dem aus­er­ko­re­nen Ren­nen sei­ner Wahl erreicht. Viel­mehr muss beim Zusam­men­spiel von Fami­lie, Freun­den, Beruf und Hob­by – hier dem Sport und ins­be­son­de­re dem Tri­ath­lons­port – unter dem Strich ein posi­ti­ves Ergeb­nis her­aus kommen.

Was nützt das här­tes­te Trai­ning und die schein­bar bes­te Ernäh­rung, wenn dabei der Genuss, oder die Zeit mit Freun­den ver­lo­ren geht?! Was die bes­te Zeit in einem Ren­nen, wenn dabei die Fami­lie auf der Stre­cke bleibt?! Eben!!

Zu einem posi­ti­ven Ergeb­nis gehört für mich über­dies, dass Sport­ler ihre Leis­tung im Ren­nen den Regeln ent­spre­chend geschafft haben. Was das mit­un­ter lei­di­ge The­ma “Wind­schat­ten­fah­ren” betrifft, so heißt dies eben nicht – wie man­che Tri­ath­le­ten es sich heut­zu­ta­ge lei­der zurecht legen –, dass man regel­kon­form Rad gefah­ren ist, wenn man nicht, oder – wie schlimm – nur ein- bzw. zwei­mal ermahnt wur­de oder Zeit­stra­fen kas­siert hat. Viel­mehr bedeu­tet es, dass man das Wind­schat­ten­fah­ren aus eige­nem Antrieb und mora­li­scher Ver­pflich­tung kom­plett ver­mei­det. Sicher, das mag zu einer lang­sa­me­ren Ziel­zeit füh­ren. Aber man kann im Ziel stolz und ehren­haft sagen, dass man sei­ne Leis­tung allei­ne erbracht hat.

Jut­chen, so weit zur Ein­lei­tung. Nun noch zu mei­ner Per­son. Ich, Jahr­gang 1966, lebe in Ham­burg. Nach 15 Redak­teurs­jah­ren in fes­ter Anstel­lung bin ich seit April 2009 als frei­er Tex­ter tätig.
Mein Triathlon-Leben begann zwei­mal. Tat­säch­lich war ich schon 1982, gera­de 15 Jah­re alt, beim 1. Tri­ath­lon des ATV Hückes­wa­gen (der ATV ist somit einer der ers­ten Tri­ath­lon Ver­an­stal­ter in Euro­pa) am Start. Damals star­te­te ich mit dem Torpedo-Dreigang-Rad mei­nes Vaters, und die Schwimm­stre­cke muss­te ich in der Rücken­la­ge bestrei­ten – mei­ne eige­ne Inter­pre­ta­ti­on von Frei­stil. 55 Sport­ler spran­gen damals in die Bever­tal­sper­re. Wel­che Plat­zie­rung ich im Ziel beleg­te? Kei­ne Ahnung.

Obwohl ich in den Fol­ge­jah­ren des Öfte­ren an dem Tri­ath­lon in mei­ner Hei­mat­stadt teil­nahm, blieb ich doch vor­erst bei dem mir mehr ver­trau­ten Mittel- und Lang­stre­cken­lauf – mit nicht zu erwäh­nen­den, weil nicht statt­ge­fun­de­nen Erfolgen.

Im Jahr 1991 ging ich den Hückes­wa­gener Tri­ath­lon (dama­li­ge Stre­cken­län­ge 500 Meter Schwim­men, 20 Kilo­me­ter Rad­fah­ren, 5 Kilo­me­ter Lau­fen) auf Anra­ten mei­nes Freun­des Frank Wey­er (damals der wohl talen­tier­tes­te Tri­ath­let, den das Umland bis dato gese­hen hat­te) erst­ma­lig mit ent­spre­chen­dem Ernst an (ich ver­zich­te­te auf das Trock­nen der Haa­re nach dem Schwim­men, sowie auf das Wech­seln von Rad- und Lauf­dress). Prompt gelang mir in der neu­en Sport­art ein ers­ter Erfolg – nicht welt­be­we­gend, aber immer­hin. Nach die­sem für mich so unge­wohnt erfolg­rei­chen Tag wech­sel­te ich die Sport­art, bzw. füg­te der Lau­fe­rei zwei wei­te­re hinzu.

Anbei fin­det sich eine klei­ne tabel­la­ri­sche Zusam­men­fas­sung mei­ner sport­li­chen Highlights.

1990 1. Mara­thon in Ber­lin (erst­mals durch Ost und West). Zeit: 2:52 Stunden
1. Platz beim Hückes­wa­gener Jedermann-Triathlon (mit gelie­he­nem Rad, aber ohne Umzie­hen und Haa­re trocknen)
1. Platz beim Gum­mers­ba­cher Tri­ath­lon (wie­der mit gelie­he­nem Rad)
1991 Wech­sel zum ATV Hückes­wa­gen in die Tri­ath­lon­ab­tei­lung unter Lei­tung von Frie­del Greffin
3. Platz (Mann­schafts­wer­tung, mit Micha­el Krü­ger und Gün­ter From­me) bei der Deut­schen Duathlon-Meisterschaft in Königslutter
2. Platz (Mann­schafts­wer­tung) NRW-Triathlon-Liga
1992 2. Platz (Mann­schafts­wer­tung) NRW-Triathlon-Liga
1994 Tief­punkt: Kreuz­band­riss rech­tes Knie. Fast ein­ein­halb Jah­re rekonvaleszent.
1997 Ers­ter Iron­man in Roth. 9:28,29 Stun­den. Over­all: ca. 188 oder so. Hawaii-Qualifikation
Hawaii (ein Traum!). 10:22 Stun­den, 262 gesamt.
1998 Zwei­ter Iron­man in Roth. 9:29 Stun­den (aber wesent­lich bes­ser weil schwe­re­re äuße­re Bedin­gun­gen ) 47. Rad-Zeit aller Teil­neh­mer. 99. Platz gesamt. Hawaii-Qualifikation
Hawaii (macht ein­fach Spaß). 10:24 Stun­den. 262 gesamt (Kau­fen von Golf­schlä­gern noch auf der Insel, und Umsat­teln, also Triathlon-Ruhestand)
2001 Nur Gol­fen ist auch lang­wei­lig: Drit­ter Iron­man in Roth. 10:05 Stun­den. Arbeits- und Pri­vat­si­tua­ti­on mach­ten ein effek­ti­ves Trai­ning unmög­lich. (Seit­dem wie­der Ruhestand)
2004 Nach Band­schei­ben­vor­fall eine Teil­nah­me an der Jeantex-TOUR-Transalp
2005 Manch­mal muss man ein­fach her­aus­fin­den was geht:6. Ironman-Teilnahme in Zürich. 9.53 Stun­den (sie­he auch Hawaii-Blog ‘05 für Handelsblatt-Online). Hawaii-Qualifikation
Hawaii: Lei­der nur 10:24 Stun­den (Ren­nen mit erhöh­ter Kör­per­tem­pe­ra­tur von 38,1ºC). 577. Rang.
2006 Im Juli Band­schei­ben­vor­fall mit Ope­ra­ti­on an LW 45
2007 Im Febru­ar Band­schei­ben­vor­fall mit Ope­ra­ti­on C 67
2008 Pro­jekt „Vom Couch­pota­to zum Iron­man“. Sie­he auch „Blog 2008“
2008 Erneu­te Teil­nah­me an der Jeantex-Transalp
2009 Teil­nah­me bein Ironman-Austria in Kla­gen­furt. Zufrie­den­stel­len­des Ergeb­nis mit 9:48 Stun­den. Sie­he auch „Blog 2009“.
2010 Teil­nah­me Challenge-Kopenhagen – Abbruch nach meh­re­ren Platt­fü­ßen. Sie­he auch „Blog 2010“.
2011 Geplant: Teil­nah­me Iron­man in Regensburg.